Project Description

 28. Februar bis 17. April 2016

RENÉ GROEBLI
MAGIE DER SCHIENE

Ne bougez pas

Mit seinem Fotoessay «Magie der Schiene» hat sich der Schweizer Fotograf René Groebli in die Geschichte der Fotografie eingeschrieben. Auf seiner Reise mit der Eisenbahn von Paris nach Basel hat der die ihm begegnenden Stimmungen festgehalten und in einer Broschüre veröffentlicht. Die Produktion und Finanzierung dieser sich formal an Man Ray und Paul Eluard orientierenden Publikation war abenteuerlich und führte unter anderem dazu, dass der junge Fotograf die Druckkosten über Jahre bei seinem Vater durch monatliche Zahlungen zu begleichen hatte. Doch das Wagnis hat sich gelohnt. Die Publikation «Magie der Schiene» ist in die Annalen der Fotografie eingegangen und wurde etwa auch durch Martin Parr in seiner Geschichte des Fotobuchs gewürdigt.

Die Ausstellung im Museum im Bellpark widmet sich ausschliesslich der Fotoserie «Magie der Schiene». Groeblis erste grosse feie Arbeit führte ihn in seiner Faszination für Dynamik und Bewegung an die Geleise, in Bahnhöfe und auf eine Express-Dampflokomotive von Paris nach Basel. Groebli fotografierte Stimmungen, Geschwindigkeit und Technik. Aber auch das Atmosphärische, das Zischen des Dampfes, den beissenden Rauch, das Quietschen der Achsen und die harte Arbeit im Führerstand. Das Unterwegssein hat er als ein Zustand in der Schwebe eingefangen. Ihm ist gelungen festzuhalten, was nicht greifbar ist, was man aber heute noch spüren, riechen und hören kann, wenn man diese traumhaft assoziative Bilderreihe betrachtet. Er ist somit zum Wesentlichen vorgedrungen, das bis heute die Wirkung dieser Bilderserie ausmacht.

René Groebli, der zu den bekanntesten Fotografen der Schweiz zählt, wurde 1927 in Zürich geboren. Er begann seine Ausbildung bei Hans Finsler in der Fotoklasse, wechselte dann schon bald zum Film und erhielt 1948 als einer der ersten Schweizer das Diplom als Kameramann für Dokumentarfilm. In den frühen 1950er-Jahren arbeitete er als Reportagefotograf für Life, Picture Post und war für die Londoner Agentur Black Star in Afrika und im Nahen Osten tätig. 1953 wurde er zur Teilnahme an der legendären Ausstellung «The Family of Man» im Museum of Modern Art in New York eingeladen. Sein Werk zeichnet sich bis heute durch Eigenständig-keit und Experimentierfreude aus. Groebli profilierte sich mit Bewegungsstudien und ausdrucksstarken Farbexperimenten, die seine «leidenschaftliche Suche nach subjektivem Ausdruck und fotografischer Poesie» (Ausstellungstext Kunsthaus Zürich, 1999) dokumentieren.

René Groebli hat kürzlich in seinem umfangreichen Archiv weitere 15 Negative aus der Serie «Magie der Schiene» wiederentdeckt, die 1949 wegen einer notwendigen Kürzung zur Seite gelegt werden mussten. Die Ausstellung für das Museum im Bellpark präsentiert erstmals diese Bildreihe vollständig und umfasst auch neue, bisher nicht gesehene Arbeiten des Fotografen, welche die geheimnisvolle Aura der legendären Bilder ergänzen.

Hilar Stadler
Leiter Museum im Bellpark

Mittwoch bis Samstag 14-17 Uhr
Sonntag 11-17 Uhr

Bitte beachten Sie, dass das Museum im Bellpark bei Ausstellungswechsel jeweils für zwei bis drei Wochen geschlossen bleibt.

Erwachsene Fr. 10.-,
ermässigt Fr. 8.-
Gruppen (ab 8 Personen) Fr. 8.- pro Person
Museum im Bellpark
Luzernerstrasse 21
Postfach
6011 Kriens
Tel: +41 41 310 33 81
Fax: +41 41 310 93 81
museum@bellpark.ch
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